Delgiertenversammlung BirdLife Thurgau auf dem Arenenberg

02.04.2026

Der NVS war Gastgeber der Delegiertenversammlung von BirdLife Thurgau am 21. März 2026 auf dem Arenenberg. Mitglieder aller 20 Sektionen von BirdLife Thurgau waren eingeladen. 

 

Medienmitteilung vom 21. März 2026
Arenenberg: die ideale Umgebung für die Delegiertenversammlung von BirdLife Thurgau
Samen, Sorten, Pflanzen und die ganze Umgebung liess Anja Ackermann auf Ihrem
Rundgang durch Obstgärten, Ställe und Weinberge des Arenenberg aufleben und
erklärte einer interessierten Gruppe von über 40 Naturschützenden aus allen Sektionen
von BirdLife Thurgau (früher unter dem Namen Thurgauer Vogelschutz bekannt) Ihre
Arbeit als Beraterin für Obstbau und Biodiversität.
Die zweistündige Führung und auch die Delegiertenversammlung wurden vom Natur-
und Vogelschutzverein Steckborn, einer Sektion von BirdLife Thurgau, organisiert,
deshalb begrüsste die Co-Präsidentin Maya Willi die Anwesenden. «Monokultur im Kopf
wird heute mit Diversität und Vielfalt gefüllt» waren Ihre einleitenden Worte. BirdLife
Thurgau hat zusammen mit den Verantwortlichen des Arenenbergs verteilt auf dem
Gelände Nistkästen für Schleiereulen, Wiedehöpfe und weitere Vogelarten montiert.
Auch Mehlschwalben und Fledermäuse finden auf dem Areal ihr Quartier. Das Team
des Arenenberg legt Wert darauf, dass Kleinstrukturen wie Stein- und Asthaufen sowie
Hecken nie weiter als einen «Steinwurf» voneinander entfernt auf dem Gelände verteilt
sind. Exemplarisch türmt sich ein Steinhaufen für Mauswiesel auch direkt vor dem
Schulgebäude.
Der Schul- und Gutsbetrieb umfasst 35 ha landwirtschaftliche Nutzfläche für
Milchwirtschaft, Acker- und Futteranbau. 35% davon sind als Biodiversitätsflächen
ausgeschieden, davon 10% in der höchsten Qualitätsstufe (Qualitätsstufe II). 2026
wurde nach einer längeren Umstellung der ganze landwirtschaftliche Betrieb auf dem
Arenenberg als Biobetrieb zertifiziert.
Der neu gepflanzte Obstgarten wurde besichtigt, der mit Nisthilfen für Wildbienen und
Vögel aufgewertet wurde. Sieben von 40 Zeigerpflanzen müssen vorkommen, damit eine
Fläche als biodivers ausgewiesen werden kann. Im Sommer kann man deshalb
Flockenblumen neben wildem Salbei bewundern. Auch flexibel geschnittene Wiesen
tragen - gemäss einer Masterarbeit, die auf dem Arenenberg erarbeitet wurde – zur
Biodiversität bei. Bei diesen Flächen erfolgt der Schnitt nicht nach einem sturen
Zeitplan, sondern richtet sich nach der Blühzeit des Wiesenpipau für den 1. Schnitt und
sechs Wochen danach erfolgt dann der 2. Schnitt. Dies fördert rot/violette Blüten, die
besonders für Schmetterlinge wichtig sind.
Am Kuhstall (die Kühe können sich selbst von einem Melkroboter nach Bedarf melken
lassen und danach selbständig auf die Weide zurückgehen) vorbei wurde die Gruppe
von Anja Ackermann zu den Schlossgärten und in den Weinberg geführt. Die
Schlossgärten sollen historisch genau den Gartenbau der vergangenen Jahrhunderte abbilden und zeigen deshalb auch exotische Pflanzen. Besonders stolz
sind die Gärtner auch auf die Duftrose «Arenenberg». Der Weinberg hingegen wird
biologisch bewirtschaftet. Es wird mit PiWi-Sorten experimentiert und in jeder zweiten
Reihe ein Blühstreifen gezogen. Der Steilhang direkt unter dem Schloss gegen Westen
weist einen raren Magerrasen (Trockenwiese) auf, die anderen Steilhänge werden mit
Schafbeweidung gepflegt.
Nach 14 Uhr eröƯnete Jack Rietiker, Geschäftsleiter Arenenberg, mit einem Grusswort
zum Thema «Erlebnisse und Rituale in der Natur» die Veranstaltung und hoƯte, dass
auch das Leitbild des Arenenbergs «Echt, inspirierend, herzlich» der BirdLife Thurgau
Delegiertenversammlung Schwung verleiht.
Danach wurde die oƯizielle Delegiertenversammlung mit 69 Stimmrechten von Co-
Präsident Beat Leuch mit den zehn Vorstandsmitgliedern eröƯnet.
Nach einer Schweigeminute für das im letzten Jahr verstorbene Ehrenmitglied Ida
Marbach wurde der 70-seitige Jahresbericht 2025 von BirdLife Thurgau vorgestellt. Darin
abgebildet ist auch die enorme Arbeit aller Sektionen.
Im Traktandum Finanzen war es besonders wichtig, die Zukunft der Geschäftsstelle
(betreut durch Nina Moser und Nadja Dietrich) auf eine sichere finanzielle Basis zu
stellen. Mit nur einem Gegenvotum wurde der Erhöhung des Beitrags an BirdLife Thurgau
per 2028 zugestimmt. Die Geschäftsstelle ist nun bei Pro Natura Thurgau in Weinfelden
eingemietet (Markus Bürgisser, Geschäftsstellenleiter von Pro Natura Thurgau war
ebenfalls anwesend und betonte die ausgezeichnete Vernetzungsmöglichkeit) und
somit sehr gut erreichbar.
Die politische Dimension der Naturschutzarbeit kann heute nicht mehr allein von über
den Kanton verstreuten Freiwilligen oder von einem ehrenamtlich arbeitenden Vorstand
bewältigt werden. Um eine gewisse Schlagkraft zu entwickeln und auch um als Teil der
BirdLife-Familie (mit BirdLife Schweiz und BirdLife International) wahrgenommen zu
werden, muss eine Geschäftsstelle in Arbeitsgruppen und an Vernehmlassungen
teilnehmen sowie Koordinationsaufgaben von Projekten wie das
Heckenaufwertungsprojekt für den Neuntöter übernehmen können. Bei diesem Projekt
geht es darum pro Jahr 1 km dornenreiche Hecken neu zu pflanzen oder aufzuwerten
und somit bis 2032 möglichst die Brutpaare der Neuntöter zu verdoppeln. Wie immer im
Naturschutz ist der Schutz oder die Förderung einer Art gleichzeitig die Förderung eines
ganzen Netzwerks von Arten: Pflanzen, Insekten, Vögel und nicht zuletzt Förderung von
Erholungsraum für Menschen.
Die Vernetzung in der Schweiz wurde auch durch die Information, die Stefan Bachmann
von BirdLife Schweiz vorstellte, besonders hervorgehoben. Besonders wichtig sind dabeiNach den Rücktritten der langjährigen Vorstandsmitglieder: Jakob Rohrer (im Vorstand
seit 1999), Mathis Müller (seit 1998, gleichzeitig Kantonsrat) und Beat Leuch (seit 2011),
die alle zu Ehrenmitgliedern mit besonderen Verdiensten um den Thurgauer Vogelschutz
ernannt wurden, setzt sich der Vorstand von BirdLife Thurgau nun aus folgenden
Personen zusammen: die Co-Präsidenten Regula Wendel und Jonas Keller, Helmut Reif
(Finanzen) und Marcel Bachmann (IT, neu) sowie Marco Bertschinger, Cilia Besançon,
Andrej Binz (neu), Ruedi Lengweiler, Silvia Rosser (Aktuarin, neu) und Stephan Steger.
Unter Diversem wurde von Monika Brühwiler (BienenSchweiz) auf die drohende Gefahr
und die Bekämpfungsmöglichkeiten der Asiatischen Hornisse hingewiesen, die während
der Brutzeit wahllos sehr viele Insekten vernichtet und sehr aggressiv ist.
Die nächste Delegiertenversammlung von BirdLife Thurgau findet zum 100-Jahr-
Jubiläum der Sektion in Pfyn statt.
Die Versammlung wurde kurz vor 17 Uhr durch Jakob Rohrer mit den Worten von Hilde
Domin geschlossen: «Nicht müde werden, sondern dem Wunder – leise wie einem Vogel -die Hand hinhalten. 
die Mitmachangebote, die die Sektionen den Menschen vor Ort bieten, denn nur was man kennt schützt man.